Ausbildung Mantrailing

Mantrailing ist die Spurensuche des Hundes anhand des Individualgeruchs einer vermissten Person. Voraussetzung hierzu ist ein Gegenstand, an dem der Geruch der Person haftet und die Kenntnis über den letzten Aufenthaltsort der Person.

Mantrailing RHOT Lemwerder: Vincent wir angesetzt

Mantrailing RHOT Lemwerder: Vincent wird an einer Mütze angesetzt

Der Individualgeruch des Menschen ist, ähnlich wie der Fingerabdruck, einzigartig. Er wird fortwährend abgestoßen und kann nicht verhindert oder verdeckt werden. Während der Mantrailing-Ausbildung lernt der Hund, sich an diesen Geruchspartikeln zu orientieren, sie gegenüber anderen Gerüchen zu differenzieren und den Geruch „zeitlich einzuordnen“. Nur so kann der Hund auch die Richtung der Spur erkennen und eventuelle ältere Gerüche derselben Person unter der frischesten Spur ausblenden.

Smille positiv

Mantrailing RHOT Lemwerder: Smilles Spur führt durch Verkehr und belebter Umgebung

Diese Art der Suche ist weitestgehend umgebungsunabhängig. Das Mensch/Hund-Team arbeitet mit Suchgeschirr und langer Leine in begrünten oder bebauten Gebieten genauso wie in belebter Umgebung oder in Gebäuden. Somit ist Mantrailing in städtischen Gebieten mit all ihren „Ablenkungen“ möglich. Über den Zeitraum, wie lange der Hund nach dem Verschwinden der Person noch deren Geruch verfolgen kann, streiten sich die Experten. Wir gehen davon aus, dass ausgebildete Hunde ein Spuralter von 48 Stunden annehmen können sollten.

Smille negativ

Mantrailing RHOT Lemwerder: Smilles Körpersprache sagt: „Hier geht es nicht lang!“

Der Mensch lernt während der Mantrailing-Ausbildung, die Körpersprache seines Hundes zu „lesen“ und einzuordnen. Darüber hinaus sind fundierte Kenntnisse über den Zusammenhang von Geruch, Witterungsbedingungen und Umgebung unbedingt notwendig, um entsprechend taktisch handeln zu können. Außerdem muss der Hundeführer während des Trainings lernen, für andere Teams individuell an den Ausbildungsstand angepasste, dem Lernziel sinnvolle Spuren zu legen und zu begleiten.

Neela Fund

Mantrailing RHOT Lemwerder: Neela hat gefunden

Mit fortschreitendem Ausbildungsstand wird das Training recht umfangreich, da mindestens an zwei wöchentlichen Terminen an unterschiedlichen Orten trainiert wird. Dabei ist zu beachten, den Hund regelmäßig unbekannte Versteckpersonen suchen zu lassen. Unterstützt wird das Training mit geruchsdifferenzierenden Aufgaben für den Hund, welche der Hundeführer außerhalb der festen Trainingstermine zusätzlich leisten kann. Regelmäßiger Trainings- und Erfahrungsaustausch mit Staffeln anderer Organisationen und die Teilnahme an Seminaren sind ebenso sinnvoll.